© by Michael Nolden

Die Gliederpuppe

Otto Normalzeichner kann sich kein Modell als Vorlage für Zeichnungen leisten. (Na, fast nicht, aber dazu kommen wir später.) Zeichentrick-Produktionen wie Heavy Metal 2 haben Julie Strain als Vorbild, Disney ließ für den König der Löwen ein waschechtes Exemplar dieser Gattung im Studio Hof halten. Unsereins bleibt dazu allenfalls der Gang in den Zoo.

Für menschlichere Figuren allerdings hilft die Gliederpuppe, die in Künstlerfachgeschäften, manchmal auch in Kaufhäusern zu finden ist. Sie sollte immer noch einigermaßen preiswert sein. Mit ihr lassen sich vielerlei Haltungen ausprobieren (und sie zeigt auch nach stundenlangem Stehen keinerlei Ermüdungserscheinungen). Das kann wichtig sein, denn es scheint ein Phänomen zu sein, dass Figuren, in bestimmten Haltungen zu Papier gebracht, seltsam erscheinen. Eine Gliederpuppe hilft, diese Perspektiven zu erforschen. Nach dem Motto: Wo bleibt eigentlich der Arm, wenn jemand den Rücken krümmt, ihn gleichzeitig zur Seite neigt ...

Ein Tipp:
Alte Action-Figuren (früher hießen sie Big Jim, heute Action Man) tun es auch dafür. Wichtig ist nur, dass sich die Gelenke alle bewegen lassen, um halbwegs natürliche Haltungen zu erzeugen. Auch sollten sie eine Mindestgröße von 30 cm haben. Zum Teil lassen sich durch die verschiedene Kleidung sogar Studien am Faltenwurf von Stoffen in begrenztem Unfang machen.

© by Michael Nolden

 

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